Geraume Zeit erst nach seiner Lieferung nach Olmütz beginne ich, mein Fahrrad auch tatsächlich zu nutzen. Um es nicht gleich zu Beginn zu übertreiben, führte mich die erste Probefahrt bei herrlichem Wetter auf den Svatý Kopeček, eine mir gut vertraute Strecke, und anschließend nach Radíkov zur alten Festungsruine. Letztere war, falls mich die Erinnerung nicht trügt, mein erstes ernsthaftes Ausflugsziel seit meinem Eintreffen in Olmütz, jedoch erwiesen sich die Busfahrpläne als unzureichend, weshalb mein Unterfangen damals nur zu einem Waldspaziergang führte, nicht zur erhofften Festungsbesichtigung.

Aussichtsturm bei Radíkov, auf dem ehemaligen Festungsgelände

Aussichtsturm bei Radíkov, auf dem ehemaligen Festungsgelände


Zu dieser sollte es heute zumindest ansatzweise kommen, denn zumindest bis in unmittelbare Nähe der Festung gelang es mir mit dem neuen Gefährt durchzudringen. Bei dieser Gelegenheit machte ich, rein aus Interesse, einen Abstecher zum Olmützer Zoologischen Garten, der in nächster Zeit auch direkt Ziel eines Ausflugs werden soll. Angelangt in Radíkov, war von der Pevnůstka nicht viel zu sehen außer ein paar Bruchsteingemäuern. Die Befestigung wurde noch nach dem Deutsch-Österreichischen Krieg, als Olmütz seine strategische Bedeutung als Bastion an der Grenze zu Preußen bereits eingebüßt hatte und die Militärfestungen aufgrund von technologischen Weiterentwicklungen der Artillerie allmählich obsolet wurden, in den Jahren 1871-1876 errichtet, womit sie zu den jüngsten Anlagen ihrer Art weltweit gehört — nur wenige Jahre später wurden die Festungsanlagen des habsburgischen Olmütz mangels Relevanz bereits wieder eingestampft. Der Zutritt zum als Privatgrundstück ausgewiesenen Festungsgelände bleibt unangekündigten Besuchern verwehrt, so daß ich unter den gestrengen Blicken des Personals der gleich nebenan befindlichen Waldgastronomie von dannen zu ziehen mich genötigt sah. Der ebenfalls direkt an der Festung gelegene Aussichtsturm stand ebensowenig zur näheren Besichtigung zur Verfügung, weshalb ich meine Rundtour gemächlich fortsetzte.

Blick auf Olmütz vom Hang des Sv. Kopeček, Ortsteil Samotíšky

Blick auf Olmütz vom Hang des Sv. Kopeček, Ortsteil Samotíšky


Auf dem Rückweg bot sich die Gelegenheit, den historischen Ortskern von Chválkovice zu inspizieren; er bietet in unmittelbarer Nachbarschaft eine Kapelle, eine Boží muka (sog. Bildstock) sowie ein kombiniertes Masaryk- und Weltkriegsdenkmal.

Mehrzweck-Soldatendenkmal in Chválkovice, an dem zugleich T. G. Masaryk und der Roten Armee gedacht wird

Mehrzweck-Soldatendenkmal in Chválkovice, an dem zugleich T. G. Masary und der Roten Armee gedacht wird

Literatur

Kuch-Breburda, Miroslav und Vladimír Kupka: Pevnost Olomouc; Praha 2003.



No Responses Yet to “Olomouc 041 – Nach Radíkov mit dem Fahrrad”  

  1. No Comments Yet

Leave a Reply