Posts Tagged ‘Kritik der Urteilskraft’

1788 veröffentlichte Kant eine Replik auf zwei Rezensionen seiner 1785 veröffentlichten Schrift „Bestimmung des Begriffs einer Menschenrace“, durch die er zum Wegbereiter des gelehrten Rassismus des 19. Jahrhundert aufsteigen sollte. (Die Details sind bekannt und sollen an dieser Stelle nicht neu aufgerollt werden.) Die Erwiderung, unter dem Titel „Über den Gebrauch teleologischer Prinzipien in [...]


In der Kritik der teleologischen Urteilskraft präsentiert Kant die aus systematischer Hinsicht geradezu obligatorische Antinomie der teleologischen Urteilskraft:
These: Alle Erzeugung materieller Dinge und ihrer Formen muß, als nach bloß mechanischen Gesetzen möglich, beurteilt werden.
Antithese: Einige Produkte der materiellen Natur können nicht, als nach bloß mechanischen Gesetzen möglich, beurteilt werden (ihre Beurteilung erfordert ein [...]


Zu den Tatsachen, die man bei der Lektüre der Kritik der Urteilskraft zunächst einmal schlucken muß, zählt die offensichtliche Revision der drei obersten Vermögen des Gemüts, die gemeinsam das konstituieren, was auf neuhochmodern „Geist“ gerufen würde. Zum unmittelbaren Verständnis des Werkes tragen Spekulationen darüber, was Kant damit wohl bezweckt haben will, ohnehin nicht bei, [...]